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Elefantenhöhle Goa Gajah (Bedulu)

Vom einstigen Zentrum des ältesten Fürstentums Balis ist heute kaum noch etwas zu sehen: Das Städtchen Bedulu, etwa 6 Kilometer südöstlich von Ubud gelegen, ist für Touristen jedenfalls kaum interessant. Das Bedulu Museum Pubakala Gedung Arca zeugt von der wechselhaften und beeindruckenden balinesischen Frühgeschichte. Unter anderem findet man hier 16 Tuffstein-Sarkophage aus Korallengestein, die an verschiedenen Orten auf Bali gefunden worden waren. Etwas südlich des Museums in den Reisfeldern versteckt sich der Pura Arjuna Metapa, ein Schrein, der dem antiken Helden Arjuna gewidmet ist und als heilige Stätte gilt.




Viel interessanter als Bedulu ist jedoch die Umgebung des Städtchens. Sanft steigt hier die agrarisch genutzte Landschaft an und bietet immer wieder idyllische Ausblicke. Wer sich westlich hält, stößt nach kurzer Zeit auf eine der bekanntesten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Bali, Goa Gajah. Die „Höhle des Elefanten“ darf in keinem Besichtigungsprogramm fehlen – stellen sie sich also besser auf Touristenhorden und Verkaufsstände ein.

Die „Höhle des Elefanten“ trägt ihren Namen eigentlich zu Unrecht: Auf Bali gab es nie Elefanten. Der niederländische Archäologe, der die Höhle 1923 entdeckte, assoziierte die Dämonenfratze mit ihren großen Ohren, die den Höhleneingang umschließt, fälschlicher Weise mit einem Elefantenkopf.

Elefantengrotte Goa Gajah

Elefantengrotte Goa Gajah @TK

Vom Parkplatz kommend stößt man vor der Goa Gajah zunächst auf einen Badeplatz, der dem Besucher verrät, dass es sich bei der Anlage eigentlich um ein Quellheiligtum handelt. Hier findet man drei Badebecken mit sechs Quellnymphen, aus deren Krügen das Wasser in die Becken sprudelt. Links der Becken dann endlich der kunstvoll gestaltete Eingang zur Höhle, der von einem riesigen Dämonen umschlossen wird. Hat man sich nach dem Betreten an die Dunkelheit gewöhnt, erblickt man darin links den Elefantengott Ganesh, ein Sohn des hinduistischen Gottes Shiva, mit vier Armen. Rechts befinden sich auf einem Steinaltar drei Lingams, die die drei Erscheinungsformen Shivas – Brahma, Vishnu und Shiva – symbolisieren. Darum gruppieren sich Phallussymbole, die die Weltenwächter darstellen. Tipp: Denken Sie daran, eine Taschenlampe mitzunehmen, damit Sie die Figuren und ihre Details tatsächlich auch gut erkennen können. Auf dem Gelände der Goa Gajah befinden sich übrigens auch buddhistische Relikte, die den Forschern derzeit noch einige Rätsel aufgeben. Klar ist nur eines: Offenbar gab es eine Zeit, in der Hinduismus und Buddhismus auf Bali friedlich koexistierten.

Wer mag, kann von der Goa Gajah aus einen kleinen Fußmarsch durch die Reisfelder der Umgebung unternehmen. Auf einem etwa einen Kilometer langen Fußpfad gelangt man zum Quellheiligtum Yeh Pulu. Das Heiligtum aus dem 14./15. Jahrhundert beeindruckt mit einem bis zu 27 Meter langen und 2 Meter hohen Relief, das Alltagsszenen zeigt. Die sehr plastisch und lebendig wirkenden Figuren sind den Forschern jedoch bis heute ein Rätsel, da man sich nicht darüber einig ist, wozu das Relief dienen sollte, was es tatsächlich zeigt und ob es nicht doch Teil einer größeren Anlage war.

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