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Semarapura / Klungkung

Das Städtchen Semarapura ist den meisten Balinesen nach wie vor unter seinem alten Namen Klungkung bekannt – auch wenn schon vor Jahren die Namensänderung beschlossen wurde. Selbst auf Karten findet man die alte Bezeichnung noch häufig. Das alte Klungkung, heute immer noch Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirkes, spielt in der balinesischen Gesellschaft über lange Zeit eine sehr wichtige Rolle: Die Stadt war Sitz des Dewa Agung, des ranghöchsten der balinesischen Rajas. Von hier aus wurden die Geschicke der Insel gesteuert, im Großen wie im Kleinen. Hier befanden sich die prachtvollen Paläste der Edelleute und Günstlinge des Herrschers, an denen Kunst und Kultur zu großer Blüte fanden. Hier residierte auch der selbst ernannte König von Bali, der die Gelgel-Dynastie begründete. Es ist also durchaus legitim zu sagen, dass das heutige Semarapura Balis altes Machtzentrum darstellt – das auch heute noch über eine faszinierende Anziehungskraft verfügt.




Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist neben einigen Fürstenpalästen, dem schwimmenden Lustpavillon Bale Kambang und dem Pura Taman Sari (wo die Männer regelmäßig ihre Kampfhähne trainieren) der ehemalige oberste Gerichtshof Bale Kerta Gosa. Zuerst einmal sind Sie vielleicht ein wenig enttäuscht, wenn Sie dort ankommen: Die schönen alten Gebäude liegen direkt an einem der verkehrsreichsten Kreisverkehre der Stadt. Einmal im Inneren weicht der Enttäuschung aber sicherlich schnell die Faszination: Obwohl von dem ursprünglichen Gebäude dank der Holländer nicht mehr viel steht, lässt man sich doch schnell beeindrucken vom Eingangstor, den schön geschnitzten Richterstühlen und den Gemälden. Apropos: Werfen Sie in jedem Fall einen Blick an die Decke! Neben wundervoll geschnitzten Dachpfeilern können Sie dort auch prachtvolle Fresken erkennen. Wer genau hinschaut sieht, dass die Darstellungen ziemlich exakt darstellen, was die Angeklagten in Himmel und Hölle erwartet. So grausam manche Szene auch anmuten mag: Die Malereien sind doch ein wunderbares Beispiel für den Wayang-Stil, der sich hier hervorragend studieren lässt.

Semarapura

Semarapura ©iStockphoto/Totajla

Wer sich für balinesische Malerei interessiert, kann von Semarapura aus auch ganz einfach einen Ausflug ins nahe Kamasan, einen Vorort, unternehmen. Bis heute pflegt man hier den traditionellen Wayang-Stil in einem der ältesten Künstlerviertel Balis.

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