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Tulamben

Tulamben: Abtauchen in den Paradiesgarten der Balisee

An Balis Nordostküste liegt das kleine Dörfchen Tulamben. Die typisch balinesischen Häuschen der Einwohner und Urlaubsresorts fühlen sich wohl zwischen riesigen Palmen und üppiger Tropenvegetation. Wer gerade nicht aufs türkisblaue Meer schaut, sieht von hier den gewaltigen Gipfel des Gunung Agung mehr als 3.000 Meter weit in den Himmel ragen. Die regen Aktivitäten des Vulkans machen ihn zu einer recht explosiven Schönheit, die Bali-Reisende stets im Auge behalten sollten.




Das Frühstück wird illuminiert von wunderschönen Sonnenaufgängen über der Balisee und beim Abendessen sinkt die Sonne fotogen neben dem Gunung Agung hinter den Horizont. Die eigentliche Attraktion Tulambens liegt allerdings unter Wasser: die beeindruckende Artenvielfalt unmittelbar vor der Küste macht das kleine Örtchen zu einem wahren Magneten für Taucher, Schnorchler und Unterwasserfotografen. Hier werden Meeresgucker mit Sichtweiten von 25 bis 30 Metern verwöhnt, die Riffe beginnen kurz hinter der Wasserlinie und die prominentesten Tauchspots sind ebenfalls direkt vom Strand aus erreichbar. Neben einer ganzen Reihe großartiger Unterwasserwelten hat Tulamben mit der USAT Liberty zudem eines der besten Tauchwracks der Welt vor der Haustür. Natürlich kommen einem beim Tauchen vor Tulamben die zauberhaftesten Unterwassermotive vor die Linse – ein Eldorado auch für das Makro-Objektiv.

Tulamben Beach – Tor zum Unterwasserparadies

Wie der ganze Ort ist auch der Pantai Tulamben, der Strand von Tulamben, ein hervorragendes Plätzchen für Fischfans. Dicht am Meeressaum sind schnorchelnd Korallenriffe und deren schwimmende und kriechende Anrainer zu bewundern. Mit der USAT Liberty, dem Drop Off und dem Coral Garden können drei hervorragende Tauchspots direkt vom Ufer aus angeschwommen werden.

Tauchen in Tulamben

Tauchen in Tulamben ©iStockphoto/Andrea Izzotti

Da der Strand aus Lavakies besteht, fällt Sandburgenbauen hier zwar flach, unbedingt empfehlenswert sind hingegen Badeschuhe und für einen längeren Aufenthalt auf dem hubbeligen Untergrund ist etwas Sitzfleisch oder eine andere weiche Unterlage durchaus vorteilhaft.

Achtgeben sollte, wer mit umfangreicher Fotoausrüstung ins Wasser geht. Der teils etwas knifflige Einstieg wird allerdings mit tollen Motiven mehr als wett gemacht. Blaustreifenschnapper, Geisterpfeifenfische, Meeresschildkröten, Muränen, Harlekin-Garnelen, Oktopusse und Papageifische sind nur einige der unzähligen Bewohner von Tulambens Gewässern; zu den Großfischen zählen unter anderem Barrakudas, Rochen, Mondfische und Hammerhaie. Freunde der Makro-Unterwasserfotografie dürfen sich auf Meeresschätze wie Pygmäen-Seepferdchen, bunte Schwämme und Korallen sowie außerordentlich aparte Nacktschnecken freuen. Strömungen und Untergrund machen mitunter den Einstieg mit großer Ausrüstung etwas schwierig, aber gegen einen kleinen Obolus kann man sein Equipment von einem der örtlichen Diving Helper zum Tauchplatz bringen lassen. Im Angebot der hiesigen Tauchschulen sind, neben geführten Unterwassersafaris und Bootstouren zu entfernteren Spots, unter anderem nächtliche Tauchgänge sowie Workshops für Unterwasserfotografie.

Das Beste liegt so nah: Die USAT Liberty

Dass die USAT Liberty heute ein Nonplusultra für Schnorchler und Taucher aus aller Welt darstellt, ist auf das Zusammenspiel zweier Ereignisse zurückzuführen: 1942 wurde das Transportschiff der United States Army von einem japanischen U-Boot torpediert. Ein Versuch, das Schiff in den Hafen von Singaraja zu schleppen, musste aufgegeben werden, die USAT Liberty wurde bei Tulamben auf den Strand gesetzt. 1963 dann rutschte das Schiff infolge eines Ausbruchs des Gunung Agung ins Meer. Da das Wrack dicht vor der Küste liegenblieb, ist es vom Strand aus zu erreichen. Das obere Ende ist in nur 5 Metern Tiefe auch wunderbar mit Schnorchelsachen zu besichtigen und da das Wrack bis auf 30 Meter Tiefe ins Meer hineinreicht, können sich Taucher jeden Levels hier nach Herzenslust unter die Fische mischen.

Unterschiedlichste bunte Meeresbewohner fühlen sich dem Wrack zu Hause, darunter Büffelkopfpapageifische und Barrakudas und gelegentlich schaut auch ein Hai vorbei. Die faszinierende Artenvielfalt und die leichte Zugänglichkeit der Liberty machen das Wrack zu einem bekanntesten und beliebtesten Tauchziele Balis. Da in einigen Bereichen Einsturzgefahr besteht, sollte das Innere des Wracks allerdings nicht ohne Begleitung durch einen Tauch-Guide erkundet werden.

Göttliche Wasserwelt Suci Place

Zur Schaffung eines künstlichen Korallenriffs ließ das Matahari Tulamben Dive Center im Jahr 2012 die ersten Statuen und Artefakte ins Wasser und stellte sie in einer Wassertiefe von 9 bis 17 Meter auf dem Meeresgrund auf. In den Folgejahren kamen immer wieder neue Objekte hinzu. Zwischen den Standbildern von Buddha, Brahma, Ganesha und anderen Gottheiten hat sich eine schillernde Meerespopulation angesiedelt. So finden Taucher und Fotografen im „Unterwassertempel“ die Gesellschaft von Netzmuränen, Critters und einer Vielfalt bunter Fische. Auch Adlerrochen und Mondfische statten den Göttern gelegentlich einen Besuch ab.

Drop Off – Tauchen am Abgrund

Mehr als 70 Meter geht es am Drop Off steil nach unten. Das macht die „Tulamben-Wand“ zu einem spannenden Ziel für Sporttaucher, aber auch Anfänger können sich in den oberen Gewässern von der Steilwand faszinieren lassen. Die Vulkanklippe ist über und über besetzt mit bunten Korallen und Schwämmen und es herrscht Trubel wie in einem Unterwasserhochaus. Zwischen riesigen Gorgonienfächern tummeln sich Langschnauzen-Korallenwächter, Muränen, Feuerfische und andere farbenfreudige Riffbewohner. Wer genau hinsieht, kann winzige Pygmäen-Seepferdchen entdecken und mit etwas Glück lässt sich beobachten, wie Thunfische, Riffhaie oder Mondfische durch die Tiefe gleiten.

Farbenwunder unter dem Meeresspiegel: Seraya und Coral Garden

Fünf Minuten mit dem Auto gen Süden oder von Tulamben aus mit dem Boot wartet – in einer Bucht mit den ebenfalls sehenswerten Tauchrevieren Melasti und Batu Niti – der Tauchspot Seraya mit einer fantastischen Welt für die Makro-Unterwasserfotografie auf. Zwischen seltenen bizarren Nacktschnecken, Seepferdchen, Harlekin-Garnelen und den erst 1998 entdeckten Karnevalstintenfischen wird der Tauchgang zum Unterwasserzirkusbesuch. Das künstliche Riff Coral Garden, auch Paradise Reef genannt, liegt zwischen dem Wrack der USAT Liberty und dem Drop Off. Taucher erwartet hier eine geringe Strömung bei Wassertiefen zwischen drei und 15 Metern – ein idealer Platz auch für nächtliche Tauchgänge und zum Schnorcheln. Zwischen bunten Gorgonienfächern und Feuerkorallen wissen Nacktschnecken, Fangschreckenkrebse und Nasenmuränen, wie es sich gut leben lässt. Vom Glück Geküssten erscheinen hier sogar Geistermuränen. Präsenter sind da die Oktopusse und Tintenfische oder auch die Zackenbarsche, Schnapper und Haie, die in den tieferen Gewässern vorüberziehen.

Urlaubsort Tulamben

Wer nach Tulamben kommt, will zumeist tauchen. Erst nachdem die USAT Liberty am Meeresboden allmählich zu einem beliebten Tauchziel avancierte, entwickelten sich auch vor Ort die Angebote für Reisende. Dennoch geht es hier auch heute noch äußerst ruhig zu und Tulamben ist ein beschauliches Küstendorf geblieben. Lebensmittelhändler, eine kleine Handvoll Restaurants und Cafés sowie Geldautomaten finden sich aber auch in Tulamben und das Mobiltelefon kann über Empfang nicht klagen. Auf den Speisekarten der Restaurants stehen vor allem Fischgerichte und balinesische Leckereien, aber auch die internationale Küche hat hier bereits Einzug gehalten. Beim Frühstück fehlt es auch dem mitteleuropäischen Gaumen an nichts. Mit Toast, Eiern, Orangensaft, Marmelade, Tee und Kaffee lässt sich der Tag schon gut beginnen. Noch besser geht’s mit Pfannkuchen oder Jaffle, süß oder herzhaft gefüllten Toasttaschen, die auf ganz Bali serviert werden.

Eine ganze Reihe von Tauchresorts bietet tropische Gastlichkeit zum Übernachten. Hier kann in palmenbeschatteten Bungalows oder in den Hotelzimmern der Guesthouses Quartier bezogen werden. Die Resorts verfügen in der Regel über Restaurants, Poolanlagen und W-LAN. Letzteres kann in Bali hin und wieder etwas langsam ausfallen. Viele Resorts bieten zudem Kinderbetreuung und einen Transferservice für die Anreise vom Flughafen oder einem anderen Urlaubsort an. Zudem sind auch SPA-Resorts und Backpackerunterkünfte zu finden.

Wer im Frühjahr nach Tulamben reisen möchte, sollte einen Blick auf den balinesischen Feiertagskalender werfen. Alljährlich wird dann der Nyepi Day, Balis höchster hinduistischer Feiertag begangen. Am Nyepi Day, der auch als „Tag der Stille“ bekannt ist, sind das Arbeiten sowie Vergnügungen jeglicher Art untersagt, Feuer oder Licht dürfen nicht genutzt werden und es besteht das Gebot, die Häuser nicht zu verlassen. Vor allem letzteres ist auch von Touristen einzuhalten.

Wer in Tulamben verweilt, hat den Vorteil, sich jeden der hiesigen Tauchspots anzusehen – und jeder einzelne hat seine ganz eigene Unterwasserlandschaft zu bieten. Zudem empfiehlt es sich, die besonders beliebten Spots am Vormittag zu bewundern, bevor die tauchenden Tagestouristen in Tulamben eintrudeln. Fehlt einem zwischendurch mal der Drive zum Dive, lassen sich von Tulamben aus selbstverständlich auch trockenen Fußes Tagestouren unternehmen. Tempel, Reisfelder, Kaffeeplantagen, die einzigartigen Aga Dörfer und natürlich die Hänge des Vulkans Gunung Agung locken zu Ausflügen in die Umgebung. Geführte Wandertouren und Rundfahrten werden angeboten.
Andernfalls sind entlang der Küste auch noch weitere tolle Tauchspots zu finden. Bei ganzjährigen Luft- und Wassertemperaturen um 25 bis 30 Grad Celsius steht dem auch kaum mal etwas entgegen.

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