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Besakih / Pura Besakih

Bali ist reich an Tempeln und Heiligtümern. Keines aber ist so bedeutsam, so verehrungswürdig wie die Pura Besakih, die „Mutter aller Tempel“ in der Nähe der zentralbalinesischen Ortschaft Menanga. Eigentlich trägt der riesige Tempelkomplex, der mehr als 30 Einzelkomplexe umfasst, den Namen Pura Penataran Agung. Kein Wunder, er liegt ja auch an der Südwestflanke des Vulkans Gunung Agung. Balinesen und Besucher nennen ihn aber trotzdem liebevoll Pura Besakih, Muttertempel.




Balis Hauptheiligtum liegt umgeben von üppigem Grün auf etwa 1.600 Metern Höhe. Hier herrschen angenehme, manchmal sogar kühle Temperaturen. Nehmen Sie also am besten eine leichte Jacke mit, wenn Sie sich auf den Weg dorthin machen. Im Tempelkomplex kann man leicht einen ganzen Tag oder mehr zubringen: Die Mutter aller Tempel ganz in der Nähe des „Mittelpunktes des Universums“ (Gunung Agung) beherbergt nicht weniger als 200 Bauwerke, angefangen von einfachen Schreinen und Altären bis hin zu den drei großen, reich geschmückten Hauptheiligtümern. Einen guten Überblick können Sie sich beispielsweise vom Aussichtspunkt oberhalb des Zentralheiligtums verschaffen.

Besakih Tempel

Besakih Tempel @iStockphoto/dibrova

Viele vor allem westliche Besucher werden zwar von der unglaublichen Weitläufigkeit des Areals beeindruckt sein, den dunklen Lavastein, aus dem die Bauwerke bestehen, allerdings nicht unbedingt ansehnlich finden. Dieser eher schlichte Anblick ändert sich schlagartig, wenn eines der zahlreichen Tempelfeste begangen wird: Dann drängen sich Abertausende Gläubige aus dem ganzen Land zwischen den heiligen Mauern und verwandeln sie mit ihren farbenfrohen Kleidern, ihren Opfern und nicht zuletzt der Dekoration in einen Rausch aus Farben und Formen. Nehmen Sie sich die Zeit, terrassenförmig angelegte Anlage zu erkunden und schenken Sie auch den kleineren Komplexen im Areal Ihre Aufmerksamkeit – Sie werden viele schöne und interessante Details entdecken. Als besonders sehenswert gelten beispielsweise das Candi Bentar, durch das man in den ersten Tempelbezirk gelangt, der Haupthof, auf dem an Festtagen das Gamelan-Orchester spielt, der Ehrensitz mit dem dreisitzigen Lotusthron, die inneren Höfe auf den oberen Terrassen und der Tempelschatz.

Einen Guide benötigen Sie nicht unbedingt, um das Gelände zu erkunden – auch wenn Ihnen die gewitzten Einheimischen am Eingang das weismachen wollen. Allerdings sollten Sie einige wichtige Dinge beim Besuch dieses besonderen Heiligtums beachten. Es ist beispielsweise absolut inakzeptabel, dort in Shorts oder kurzem Rock zu erscheinen – für diese Zwecke halten die Tempelwächter Tücher bereit, die man sich um die Hüfte wickeln muss. Der Zutritt zu den inneren Bezirken ist aus religiösen Gründen in der Regel nur Balinesen erlaubt – über die niedrigen Mauern darf man allerdings schon schauen.

Besonders eindrucksvoll ist ein Besuch im März/April eines Jahres: Dann findet das Bhatara-Turun-Kabeh-Fest statt. Das Fest wird immer im zehnten Mondmonat gefeiert und dauert einen vollen Monat. Tausende Gläubige versammeln sich dann hier, um ihren Göttern zu opfern. Der Legende zufolge kommen dann die Götter aller Tempel Balis an diesen Ort, um ihre Opfergaben zu erhalten. Übrigens: Wenn möglich kommen Sie frühzeitig zur Pura Besakih: Zum einen gehen Sie damit den großen Touristenströmen aus dem Weg, zum anderen sehen Sie dann auch noch den Gunung Agung, bevor er sich am Vormittag in seine Wolkendecke hüllt.

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