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Tanz auf Bali

Die große Bedeutung des Tanzes auf Bali sieht man schon daran, dass jedes Dorf, das etwas auf sich hält, ein eigenes und ständig trainiertes Tanzensemble aus Männern und Frauen besitzt. Dazu kommen noch besondere Solotänzer, die bei hohen Festen auftreten.




Natürlich gehen die Ensemblemitglieder tagsüber anderen Berufen nach – Bauern, Handwerker, Taxifahrer usw. – jedoch üben auch diese Amateure regelmäßig, um für die anstehenden Feste zu trainieren. Die grundlegenden Bewegungen sieht sich der Solotänzer bei anderen Darbietungen ab und übt sie sehr lange, bis ein Tanzlehrer schließlich mit ihm die Präzision der Bewegungen – das Wackeln des Kopfes, das Aufsetzen der Beine, die Bewegung der Arme synchron zur Musik des Gamelan-Orchesters einstudiert.

Als Aufführungsort werden meistens die Tempelhöfe oder die Friedhöfe der großen Dorftempel benutzt, die dann im Licht einer Vollmondnacht sorgfältig mit Fackeln ausgeleuchtet werden. Gerade diese gespenstische Kulisse mit den flackernden Schatten in den Dämonenfresken am Tempel und die Schwaden an Sandelholzrauch verleiten manchmal die Darsteller und auch Zuschauer dazu, in Trance zu fallen und in den Ablauf des Stücks einzugreifen. So kommt es häufiger vor, dass während einer Barong-Aufführung die in Trance versetzten Zuschauer gegenüber der „bösen“ Rangda-Hexe wirklich handgreiflich werden.

Barong Tanz auf Bali

Barong Tanz auf Bali ©TK

Als Tanz bzw. Tanztheater werden auf Bali häufig die „Klassiker“ aufgeführt – Schautänze wie der unbedingt sehenswerte „Kecak“ genannte Affentanz, Opfertänze wie der anmutige Legong und heilige kultische Tänze wie der Barong. Natürlich werden von Dorf zu Dorf immer kleine Ergänzungen und Variationen eingebaut, sodass keine Aufführung wie die andere ausfällt.

Auf Bali gibt es jede Menge kommerzieller Tanzaufführungen der leichteren Stücke wie der „Kecak“ und der „Kebyar“, die zwar sehenswert, aber eben doch etwas seelenlos (um nicht zu sagen touristisch) sind. Interessiert man sich wirklich für die echten Aufführungen der Dorfgemeinschaften, kann man sich bei den Fremdenverkehrsbüros auf Bali informieren, wo und wann die traditionellen Aufführungen stattfinden. Gäste, die sich anpassen können, die strengen Bräuche respektieren und ein kleines Opfer für das Wohl des Dorfes mitbringen, sind immer gern gesehen.

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