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Java Sehenswürdigkeiten und Ausflug und Anreise von Bali nach Java

Java – die grüne große Insel Indonesiens

Bali ist bunt, exotisch und voller Geheimnisse. Java ist grün, groß und völlig anders als die Insel der Götter und Geister. Beide sind Nachbarn, nur getrennt durch eine schmale Meerenge, die der Legende zufolge von einem mythischen König geschaffen wurde, der seinen ungeratenen Sohn in den östlichen Teil Javas verbannte und mit seinem Finger eine Linie zog. Worauf die Fluten des Indischen Ozeans in die Java See strömten und Bali für alle Zeiten von dem großen Nachbarn getrennt war. Geologisch ist diese Version wohl nicht haltbar, doch wer das indonesische Inselreich besucht, der wird sehr bald feststellen, dass sich Java und Bali in fast allen Lebensbereichen der Menschen unterscheiden. Auch wenn die Meerenge zwischen dem Fährhafen Gilimanuk und Ketapang gerade einmal drei Kilometer misst.




Ein Außenbezirk des Islam

Auf Bali erhält der Urlauber intensive Einblicke in die sehr individuelle und spirituelle Religion der Einwohner. Wer durch Java reist, wird hingegen mit dem Gesang des Muezzins von den Minaretten der Moscheen konfrontiert, denn diese große Sunda-Insel ist so etwas wie der Außenbezirk des Islam. Auch wenn die Lehre der Propheten hier ein wenig anders und vor allem toleranter interpretiert wird, als in den arabischen Ländern. Doch die Silhouetten der Moscheen prägen vielerorts das Bild der großen Städte und der kleinen Dörfer auf Java. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde die Insel islamisiert. Aber fast sechszig Prozent der muslimischen Javaner betrachten die Schari’a keineswegs als ein Gesetz, nach dem sie zu leben und zu denken haben.

Java

Java @iStockphoto/Atid Kiattisaksir

Batavia und die Ostindien-Kompanie

Über Jahrhunderte war Java ein Teil des holländischen Kolonialreichs. Die Invasoren aus Europa verdrängten im Jahr 1594 die Portugiesen und gründeten sehr bald im damaligen Batavia und heutigen Jakarta die Niederländische Ostindien-Kompanie. Java wurde zum Produzenten und Lieferanten von Zuckerrohr, Tee, Kaffee und Kautschuk. Erst mit dem Zweiten Weltkrieg und der Besetzung durch die Truppen des japanischen Kaiserreichs endete die Kolonialzeit auf Java, wo sich Jakarta nach der Unabhängigkeit als politisches und wirtschaftliches Zentrum des Inselreichs Indonesien etablierte.

Jakarta – hektisch und niemals leise

Für die meisten Urlauber beginnt die Reise durch Java in Jakarta und damit in einer der quirligsten und verkehrsreichsten Städte Asiens. Dies ist die Schaltzentrale der Republik, und die nunmehr elf Millionen Einwohner überfluten die Straßen und engen Gassen. Rechnet man die Außenbezirke Jakartas hinzu, leben in diesem engen Ballungsraum fast 28 Millionen Menschen in einem Chaos, das erst auf dem zweiten Blick geordnet erscheint. Die Stadt ist hektisch und niemals leise und doch faszinierend.

Der koloniale Charme in Kota Tua

Doch den Charme früherer Zeiten hat Jakarta eingebüßt, und das koloniale Flair verströmt die Stadt bestenfalls noch im alten Hafen von Batavia und in Kota Tua, dem einstigen Stadtkern, wo die erste befestigte Siedlung holländischer Prägung entstand. Wer sich Jakarta von oben anschauen möchte, dem sei der Aufstieg zur Plattform des Nationaldenkmals empfohlen, das an die Staatsgründung erinnern soll und weithin sichtbar ist. Zu einer wahren Perle in der Javasee hat sich „Thousand Islands“ entwickelt. Die Palmeninsel ist der Kontrapunkt zu Jakarta und eine Oase der Stille am Rande einer hektischen Metropole.

Sommerlicher Rückzugsort in Bogor

Java verfügt über ein funktionierendes Straßen- und Eisenbahnnetz – sofern man die Außenbezirke von Jakarta verlassen hat. Wer vor fünfzig Jahren die Insel bereiste, der konnte sich damals nur schwerlich vorstellen, dass sich das romantische Bogor eines Tages mit dem sechszig Kilometer entfernten Jakarta verschmelzen würde. Der Botanische Garten im Zentrum der heutigen Millionenstadt ist noch immer ein Besuch wert, denn dessen Erhabenheit hat die Jahrzehnte überdauert. Im Mai 1817 wurde das 87 Hektar große Naturparadies eröffnet. 600 Pflanzenarten und 900 verschiedene Orchideensorten werden hier gehegt und gepflegt. Der deutsche Botaniker Caspar Georg Karl Reinwardt kultivierte den Park und katalogisierte hier die natürliche Ressourcen Indonesiens. Der Istana Bogor, der Präsidentenpalast, grenzt direkt an den Park und dient dem Staatsoberhaupt als sommerlicher Rückzugsort.

Die Zentrale einstiger Sultane

Yogyakarta genießt als Sonderregion und Touristenhochburg auf Java einen besonderen Status. Die Stadt versteht sich als kultureller Mittelpunkt der Insel und als Hüter historischer Kunsthandwerke. Die Silberschmieden und Batikmanufakturen von Yogyakarta werden seit Jahrhunderten gerühmt. Zu den interessantesten baulichen Anlagen zählt der Kraton, die sehr gut erhaltene Schaltzentrale einstiger Sultane. Der sogenannte Alun-Alun Utara ist ein beliebter Platz in unmittelbarer Nachbarschaft des Herzstücks der Paläste und Lustgärten. Sehenswert ist in der Stadt auch der lebhafte Vogelmarkt, während sich an der Jalan Malioboro, der Einkaufsstraße Yogyakartas, zahlreiche Shopping-Malls aneinander reihen. Die traditionellen Wayang Figuren sind im Museum Sono Budoy ausgestellt und ein schönes Souvenir.

Die siebzig Stupas des Borobodur

Die interessante Stadt ist aber auch der Ausgangspunkt zu Fahrten in die nähere Umgebung – zu den Weltkulturerben Borobodur und Prambanan. Der Borobodur mit seinen grandiosen Aufbauten in Form einer Pyramide und mehr als siebzig Stupas ist eines der wichtigsten Zeugnisse der buddhistischen Historie. Die Reliefs an den drei runden steinernen Terrassen zeigen Episoden aus dem Leben des Gautama. Entstanden ist der mächtige Tempel inmitten einer reizvollen hügeligen Landschaft vor den Toren Yogyakartas vermutlich im achten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung. Dabei stand die buddhistische Kosmologie Pate. Dass die Anlage einst Mönche beherbergte, ist wissenschaftlich umstritten. Erst vor etwas mehr als hundert Jahren wurde die Anlage durch die UNESCO restauriert und zum Weltkulturerbe erklärt. Der Besuch des Borobodur ist zweifellos ein Höhepunkt jeder Reise durch Java.

Eine Vollmondnacht am Prambanan

Das Gegenstück zum buddhistischen Borobodur ist vor den Toren Yogyakartas der hinduistische Tempelbezirk Prambanan. Vermutlich entstand er ebenfalls in einer erstaunlichen Schaffensperiode der Gläubigen im achten oder neunten Jahrhundert. Der gesamte Komplex umfasst acht Haupttempel und fast 250 Subtempel. Der Prambanan gilt als außergewöhnliche architektonische Meisterleistung dieser Zeit und ist ein Symbol für die Weltsicht des Hinduismus. Der höchste aller Tempel ist Shiva geweiht, zwei weitere Spitzbauten ehren die Gottheiten Brahma und Vishnu. Dies ist die bei weitem größte hinduistische Tempelanlage Indonesiens und hat für zahlreiche Menschen des Landes eine große Bedeutung. Wer das Glück hat, während einer Vollmondnacht in dieser Stadt zu sein, der kommt in den Genuss des traditionsreichen nächtlichen Tanzrituals unter den Türmen des Prambanan.

Die tätigen Vulkane im „Ring of Fire“

Die aktiven Vulkane Javas bescheren der Insel immer wieder neue Schrecken. Sie alle gehören an der Nahtstelle zwischen der Pazifischen Platte und den Kontinentalplatten von Australien, Indien und Eurasien zum „Ring of Fire“. Im Jahr 1883 explodierte der Vulkan Krakatau in der Sundastraße zwischen Java und Sumatra und kostete 36.400 Menschen das Leben. In Sichtweite der Millionenmetropole Yogyakarta erhebt sich der fast dreitausend Meter hohe Merapi und bedroht mit seinen pyroklastischen Strömen und häufigen Erdbeben damit ein dicht besiedeltes Gebiet. Der Dom des Merapi wächst ständig und wird sicherheitshalber permanent von Geologen überwacht. Wer die nähere Umgebung des Merapi bei Wanderungen erkunden möchte, sollte sich vorher unbedingt über die Aktivitäten des Vulkans informieren.

Das magische Licht einer Höhle

Einzigartig und dazu auch noch für Geübte weitgehend ungefährlich ist in dieser javanischen Region die Goa Jomblang Höhle, die durch ihr magisches Licht die Besucher fasziniert. Sie liegt im Südosten Yogyakartas und ist Teil eines riesigen Höhlensystem, das im Berg Kidul durch unterirdische Flüsse entstand. Dort geht es an Seilen aus dem grünen Blätterdach des Urwalds in die Unterwelt. Das Umland von Yogyakarta ist bei Urlaubern auch deshalb beliebt, weil es einen idealen Einblick in den Alltag der Einheimischen gewährt. Man kann den Bauern bei der Reisernte zuschauen oder den Teepflückerinnen in den ausgedehnten Plantagen.

Flora, Fauna, Hirsche und Büffel

Spektakulär und vielfältig sind Flora und Fauna auf Java. Bei Rundreisen durch diese exotische Insel im Zentrum des indonesischen Tropengürtels wechseln sich Mangrovenwälder an den Küsten, trockene Savannen, vulkanische Bergriesen und ein tiefgrüner Dschungel ab. Bei den Touren zu den historischen Tempelanlagen des Borobodur und des Prambanan können Bawean-Hirsche oder Büffel den Weg kreuzen. Auf Java sind aber auch eine Vielzahl von Primaten und sogar Tiger beheimatet. In den Nächten des Vollmonds legen im Sand der Marina Beach an der Nordküste oder an der Sukamade Beach im Osten Meeresschildkröten ihre Eier ab. Die Strände Javas sind ein Eldorado für Sonnenanbeter und Badefreudige. Mit Booten geht es dort zu den den Küstenstreifen vorgelagerten Korallenriffen und damit in eine bunte Unterwasserwelt.

Schutz für die letzten Java-Nashörner

Eindrucksvoll sind die Nationalparks auf Java. Sie befinden sich fast ausschließlich abseits der Ballungszentren und sind Lebensräume bedrohter Kreaturen. Der Nationalpark Ujung Kulon ist der älteste der Insel und umfasst im äußersten Südwesten weite Teile des Tieflandregenwaldes. Die letzten verbliebenen Java-Nashörner genießen hier sogar den Schutz des Staates. Ein großes Angebot an Wassersportarten finden Urlauber im Alas Purwo Nationalpark, achtzig Kilometer südlich der Stadt Banyuwangi. Auf der Halbinsel leben asiatische Wildhunde, Leoparden, Büffel und Sunda-Ochsen. In den zerklüfteten Felsformationen gibt es zahlreiche versteckte Höhlen. Zwei dreitausend Meter hohe Vulkane sind die markanten Punkte im Gede Pangrango Nationalpark in West-Java. Seen und Wasserfälle säumen bei Wanderungen die Wege durch den Nationalpark.

Eine sandige Mondlandschaft

Einen besonderen Höhepunkt einer Java-Rundreise ist der Besuch des Bromo-Tengger-Semeru-Nationalparks mit dem Ausgangspunkt Probolinggo. Mythen und Rätsel umranken den aktiven Mount Bromo, der den Menschen der Insel seit vielen Jahrhunderten als Opferstätte dient. Wer sehr früh in seinem Quartier aufbricht und die ersten Sonnenstrahlen auf einem Plateau erwartet, der wird diese Stimmung niemals vergessen. Aus dem Dunkel der Nacht erhebt sich eine Szenerie wie aus einem Film. Aus einer sandigen Mondlandschaft und einer zehn Kilometer breiten Caldera taucht der Mount Bromo auf, und aus dessen Schlund steigen schwefelhaltige Wolken in den Himmel. Der Aussichtspunkt Gunung Penanjakan bietet die beste Sicht auf den Bromo, dessen Kraterrand mühelos zu erreichen ist. Zum Teil auch aufg dem Rücken eines Pferdes. Die Kulisse dieses Nationalparks komplettiert der mächtige Vulkan Semeru, der sich deutlich vom Horizont abhebt. Zweifellos ist der Mount Bromo der Bilderbuchvulkan Indonesiens.

Mit dem Schnellboot nach Bali

In der alten Hafenstadt Surabaya enden die meisten Wege auf Java. Die dynamische Metropole mit ihren Wolkenkratzern und Kanälen erfreut sich noch immer zahlreicher schöner Gebäude aus der holländischen Kolonialzeit. Sehenswert sind auch der lebendige Stadtteil Chinatown und das arabische Viertel mit der Ampel-Moschee aus dem 15. Jahrhundert. Wer scharfe Gewürze nicht verpönt, der wird sich in den angenehmen Restaurants Surabayas gut aufgehoben fühlen. Die Stadt ist auch so etwas wie das Tor zur Nachbarinsel Bali. Vom internationalen Airport Juanda gibt es tägliche Flugverbindungen. Wichtigster Fährhafen nach Bali ist jedoch Ketapang. Von hier verkehren tagsüber im 20-Minuten-Takt Schnellboote nach Gilimanuk. Von dort aus sind es genau 123 Kilometer zur balinesischen Hauptstadt Denpasar, die man mit Bus, Taxi oder Mietwagen zurücklegen kann.

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