Gunung Agung
Als Balis höchster Berg nimmt der Gunung Agung eine Sonderstellung ein: Nach balinesischem Glauben ist der 3.142 Meter hohe Schichtvulkan der Götterberg und Thron von Sanghyang Widhi Wasa. Als heilig galt der Gunung Agung, dessen Name übersetzt so viel wie "hoher Berg" heißt, bereits, bevor der Hinduismus Verbreitung fand, der ihn als Heiligtum übernahm. Seine letzte Eruption fand 1963 bis 1964 statt: Der Lavastrom zerstörte mehrere Dörfer und tötete mehr als 1.000 Menschen, ließ den Tempel zu Ehren des Berges, Pura Besakih, jedoch unbehelligt, was als göttliches Zeichen gewertet wurde.
Obwohl der Gunung Agung mehr als 3.000 Meter hoch ist, bereitet er alpinistisch gesehen keine Schwierigkeiten. Trotzdem sollte der Aufstieg nicht unterschätzt werden - einige Faktoren erschweren ihn nämlich beträchtlich. Zum einen spielt natürlich der steile Anstieg in Verbindung mit der hohen Luftfeuchtigkeit eine wichtige Rolle, zum anderen aber beispielsweise auch, dass man zum Teil über Lavafelder laufen muss, was ungleich schwerer als auf einem befestigten Weg ist. Zudem sollte man bedenken, dass eigenes Wasser mitgeführt werden muss: Die einzige Quelle auf dem Weg zum Gipfel ist heilig und darf daher nicht genutzt werden und auf dem Gipfel gibt es nicht immer einen Wasserverkäufer.
Üblicher Weise nutzt man zum Aufstieg die Südwestroute, die ihren Anfang am Pura Besakih nimmt. Aber es geht auch leichter: Wenn man von Sebudi aus startet und die etwas unbekanntere Südroute nimmt, wählt man den zugleich schnelleren und leichteren Weg. Schutzhütten gibt es bisher auf keiner Route. Idealer Weise schafft man den Auf- und Abstieg an einem Tag. Alleingänge sollte man dabei vermeiden: Die unmarkierten Pfade verliert man schnell im Dschungel bzw. auf dem Lavafeld und wer in der Nacht aufbricht, um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu erleben, sollte in keinem Fall auf einen ortskundigen Guide verzichten.